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Bei der Psychiaterin

Dieser Termin hat mir im Vorraus schon echt Bauchschmerzen gemacht aber ich wusste, dass ich dort hin muss weil ich es nicht mehr aushalte so zu leben. Ich habe mir immer geschworen, dass ich niemals jemandem etwas von meiner Geschichte erzählen werde aber es geht nicht. Es frisst mich auf und macht mich kaputt dieses Geheimnis zu bewahren. Darüber zu schreiben ist in Ordnung aber darüber sprechen tu ich wirklich nur mit den Personen, die mich wirklich kennen und denen ich vertraue.

 Jedenfalls war ich dann heute bei dem Termin. Sie war mir schon von Anfang an nicht so sehr sympatisch. Dann hat sie mich gefragt, weswegen ich hier bin. Dann habe ich ihr meinen Brief von dem damaligen Psychiatrie-Aufenthalt gegeben weil ich das Alles nicht aussprechen konnte und wollte. Sie hat dann zu mir gesagt, dass ich es ihr selbst sagen soll. Ich habe gerade so das wort Missbrauch raus bekommen, dann war mir schon schlecht und ich hab nichts mehr gesagt. Sie hat dann gemeint wir sind ja hier unter Frauen und da kann man offen darüber sprechen und es gäbe viele Arten von Missbrauch und welcher es denn bei mir gewesen sei. Das viel mir so unglaublich schwer darauf zu antworten aber weil sie mich so in die Ecke gedrängt hatte und schon so genervt geklungen hatte, habe ich auch noch das Wort sexueller Missbrauch verwendet. Da hat sie dann gesagt ahja also Vergewaltigung... Sie meinen er hat seinen Penis in sie eingeführt? .... in diesem Moment hätte ich kotzen können! Es ist ja sowieso schon unendlich schwierig darüber zu sprechen und es ist auch unfassbar ekelhaft aber das dann noch in Verbindung mit diesem Satz zu hören, sprengt wirklich alles. Ich habe dann nur genickt und danach gar nichts mehr gesagt. Es war genau so furchtbar, wie ich es mir vorgestellt hatte aber wenigstens habe ich meine Medikamente bekommen. 

19.1.16 22:43


Gedanken

Heute ist wieder eine der zahllosen furchtbaren Nächte wo ich keine Ruhe finde und mich versuche irgendwie abzulenken um sie zu überstehen. Ich laufe davon vor mir selbst, vor meinen Gedanken und stelle den Fernseher lauter damit ich meinen Kopf nicht hören kann.

 Gerade denke ich an die Zeit in Günzburg in der Psychiatrie zurück. Es war einerseits keine schöne Zeit da es mir damals richtig richtig schlecht ging und ich noch toter als lebendig war als ich es heute bin. Dort hatte ich Stimmungsschwankungen im Minutentakt sonst geht es schon länger mit einer Stimmung. Es ist aber so, dass du dort eingeschlossen bist, die Gitter vor den Fenstern hast und nichts anderes tun kannst, als dir selbst zuzuhören und hinzusehen. Und das macht einen wirklich noch viel verrückter. Aber es war auch eine ganz gute Zeit.. mit einigen Leute ist es ganz lustig gewesen vorallem an dem Abend, als wir zu dritt auf dem Sofa saßen, Sex and the City geschaut und Pizza ins Haus 41 bestellt haben "aber bitte geschnitten weil wir haben hier keine Messer" Oder als wir am Fernseher nicht mehr umschlaten konnten weil eines der Mädchen die Batterien der Fernbedienung geschluckt hatte (.. das ist natürlich nicht lustig aber sie hat selbst darüber so gelacht und wir haben den ganzen Abend Witze darüber gemacht deswegen hat es einen Witz) .

Ich wünsche mir öfter, wieder dort hin zu können obwohl es wirklich scheußlich war denn Günzburg ist so eine richtige Psychiatrie wie aus den Horrorfilmen und wenn man darin eingesperrt ist, erdrückt einen dieser trostlose Ort noch zusätzlich.. und trotzdem ist es schöner als draußen zu sein. Da sind die Gefühle sehr zwiegespalten aber ich wünsche mir jemanden, der für mich da ist, mir zuhört und ich alles erzählen kann was war. Sonst macht man das ja aus Anstand nicht weil man niemanden mit hineinziehen möchte..

 

Es ist alles so fucking schwer...

18.1.16 02:33


Leere

Ich fühle mich innerlich so abgestumpft und leer. Ich fühle große Verzweiflung. Ich habe keinen Ort, am dem ich mich geborgen fühle.Ich bin ständig auf der Flucht, auf der Flucht vor mir selbst, auf der Flucht von meinen Gefühlen, auf der Flucht vor meinen Erinnerungen. Mein Seelenleben ist die Hölle.
12.1.16 15:59


furchtbares Seelenleben

Es geht mir verdammt beschissen. Seit Jahren trage ich all die Bilder und Erinnerungen mit mir herum. Und seit Jahren muss ich so tun, als sei nichts gewesen und alles wäre in Ordnung. Ich bin, wie auch immer, durch die Schule und die Ausbildung durch gekommen und habe einen tollen Job gefunden in dem ich jetzt Arbeite. Dann habe ich einen tollen Freund, der alles für mich tut und mich liebt. Aber all das wird überschattet. Über mir schwebt immer eine dicke schwarze Wolke, die meine Vergangenheit über mich hängt. Ich kann alles nicht genießen oder einfach mal zufrieden sein mit allem. Ich fühle mich innerlich so ruhelos und habe das Gefühl, dass ich auf dieser Welt keinen Platz habe wo man mich akzeptiert und haben möchte. Ich fühle mich immer sehr alleine selbst wenn Menschen um mich herum sind. Ich ziehe mich oft in mich zurück wodurch ich die Erlebnisse noch naher an mir dran habe. Ich bin oft an dem Punkt wo ich sage, ich kann und will nicht mehr und ich denke mir oft, dass es das Leben so nicht wert ist. Über den Mann, der Schuld daran hat, kann ich allerdings gar nicht nachdenken. Ich bekomme schon eine Panikattacke, wenn ich nur seinen Namen höre. Ich habe mich oft gefragt, warum er mir das angetan hat? Damals war ich noch sehr klein als es angefangen hat.. ich habe ich als kleines Kind schon falsch gemacht, dass er mich so gehasst hat? Was habe ich ihm gegenüber ausgestrahlt? Wie kann ein Mann ein kleines Kind missbrauchen? Das sind all solche Fragen, die niemals beantwortet werden können einen aber trotzdem beschäftigen.
9.1.16 20:15


Was es bedeutet, Borderliner zu sein…


-      Es ist ein ständiges Leben an der Grenze. Die Welt ist entweder schwarz oder weiß. Es gibt keinen Mittelweg den man gehen kann. Es gibt nur ein entweder oder.

 

-    Die Stimmung kann ganz oben sein sodass man total euphorisch und überdreht ist (Beispiel: Wie wenn eine Achterbahn nach oben fährt). Die Stimmung kann aber innerhalb der nächsten Minute so abfallen, dass man total niedergeschlagen und depressiv ist (Beispiel: Wie wenn die Achterbahn nach unten fährt). Das sind keine Stimmungsschwankungen sondern totale Stimmungseinbrüche von jetzt auf gleich. Das strengt furchtbar an weil man selbst nicht weiß, wann welche Stimmung kommt.

 

-     Es ist ein ständiger Kampf gegen sich selbst. Der Selbsthass drängt einen dazu, sich selbst zu verletzen und mit sich unwürdig umzugehen. Es ist ein Druck im Inneren, dem man nicht standhalten kann. Und dann holt man die Klinge und schneidet sich die Arme auf.  Selbst ist einem das aber vollkommen egal  denn man ist sich eh nichts wert und kommt sich wertlos vor. Da ist man sogar stolz darauf, dass man sich wieder verletzt und weh getan hat.

 

-      Beziehungen sind äußerst schwierig. Man kann eine Person nicht einfach nur mögen. Wenn man jemanden hat, den man gerne mag, macht man sich total abhängig von demjenigen. Ist man mal nicht mit demjenigen zusammen, ist es eine Katastrophe. Man möchte immer bei demjenigen sein und an ihm hängen. Die Person, die für einen so wichtig ist, weiß dies allerdings nicht wie über ihn gefühlt wird. Wenn von demjenigen eine Ablehnung kommt, weil es schon ziemlich anstrengend ist, wenn man jemanden den ganzen Tag an sich dran kleben hat, bricht für einen die Welt zusammen. Man fühlt sich sofort kritisiert und fühlt sich bestätigt, dass man nicht liebenswert ist.  Dann gibt es zu der Person auch kein zurück mehr weil Kritik absolut nicht ertragen werden kann.

 

Es ist schwer alles nur in schwarz oder in weiß zu sehen ohne einen Mittelweg gehen zu können. Die Gefühle dabei sind sehr massiv und intensiv.

8.1.16 15:15


Für mich eines der schönsten und traurigsten Lieder

Evanescence - My Immortal

8.1.16 11:54


Medikamente

Ich habe mich nach langem hin und her jetzt doch dazu durchgerungen und habe einen Termin bei meiner Psychiaterin gemacht. Derzeit nehme ich keine angepassten Psychopharmaka sonder Bedarfsmedikation über den Tag verteilt, die aber eigentlich nicht gegen die Symptome sind. Ich nehme immer eine halbe Schlaftablette, also nichts illegales und ich bekomme sie auch von meinem Hausarzt verschrieben. Aber ich merke langsam die Nebenwirkungen davon. Meine Finger werden oft kribbelig und taub, mir ist oft schwindelig und ich habe Kopfschmerzen und bin sehr matt und abgeschlagen was wohl daran liegt, das ich den ganzen tag hindurch Schlaftabletten nehme. Aber es ist für mich so die einzige Möglichkeit, den Tag zu übersethen. Wenn ich diese Tabletten nehme kommt es mir so vor, als würde alles um mich herum verschwimmen. Ich bin dann sehr redselig und kann auch mal lachen. Die ganzen Nebenwirkung werden mit dem Positiven dann doch wieder ausgeglichen.

Aber im Endeffekt bringt es mir nichts. Ich brauche mal richtige Psychopharmaka auf die ich eingestellt bin und die konstant eine Wirkung bringen. Ich habe Angst vor dem Termin weil ich dann wieder alles erzählen muss denn sie muss ja den Grund wissen, warum ich solche Medikamente brauche. Das wird ein schwerer Termin vorallem wenn man dann auch alleine hin gehen muss. 

8.1.16 11:50


Gefühle

Es fühlt sich so an, als hätte ich ein Schild um, das meine Vergangenheit anzeigt. Jeder kann es sehen, jeder erkennt den Missbrauch und die Gewalt an mir. Ich weiß das es natürlich nicht so ist.

 

Die Narben an meinem Arm verleiten natürlich auch dazu, angestarrt zu werden. Die meiste Zeit ist mir das auch ziemlich unangenehm. Ich möchte gar nicht wissen, was die über mich denken. Es ist ja schon so, dass man mir soetwas gleich als Irre oder Freak gesehen wird. EInserseits ist das ja auch klar weil ich denke nicht, dass sich alle Leute so ihre Arme aufschneiden. Aber es ist trotzdem kein Zeichen dafür, verrückt zu sein. Es ist eine verzweifelte Form davon, sein Leben auszuhalten, seine Gefühle die einen kaputt machen sozusagen rauszuschneiden. Der Druck, der sich in einem anstaut, muss raus. 

 

Egal was ich tue oder wo ich bin, es geht mir grundsätzlich immer schlecht. Mal mehr mal weniger schlecht natürlich aber es immer da. Ständig geht mir der Missbrauch durch den Kopf und für mich sind das unerträgliche Gedanken. Ich hasse es, ständig die Bilder davon in meinem Kopf zu sehen und ständig darüber nachzudenken. Ich würde sie so gerne abstellen aber das geht nicht denn was passiert ist, ist nunmal passiert.

 

Ich fühle mich die meiste Zeit verdammt alleine. Ich wünsche mir so oft jemanden, der an meiner Seite wäre. Dem ich erzählen könnte, was in mir vor geht. Jemanden, der mich hält und mir zuhört. Aber es ist ein heikles Thema und nicht jeder möchte davon etwas wissen. Das verstehe und respektiere ich natürlich auch aber trotzdem ist man in der Situation verdammt alleine. Das macht einen auch ein Stück weit kaputt. Immer alles nur mit sich selbst ausmachen zu müssen. All die Schmerzen im Inneren und das Gefühlschaos alleine zu bewältigen, ist verdammt schwer und oft auch unmöglich. 

 

Manchmal wünschte ich mir, dass ich wieder zurück in die Psychiatrie könnte. Dort kommt man wenigstens mal zur Ruhe und es gibt Ansprechpartner die wissen, wie sie mit einem umgehen müssen. Und es gibt die anderen Mitpatienten, die wissen wie man sich fühlt und was man durchmacht. Es ist schwer zudem, wie scheiße es einem geht, noch jeden Tag alles zu bewältigen... arbeiten gehen, Zuhause mithelfen und natürlich immer eine gute Fassade aufrecht erhalten. Das strengt sehr an. 

7.1.16 16:12


Psychiatrie

Diagnosen:

Emotional Instabile Persönlichkeitsstörung (ICD-10 F60.31)

Posttraumatische Belastungsstörung (ICD-10 F43.1)

 

Anamnese:

-          Traumatisierung auf der Basis von Missbrauchserfahrungen

-          Wiederholte Intrusionen (Flashbacks)

-          Gefühl von Sinnlosigkeit, Leere, Selbstzweifel und emotionale Verflachung

-          Autoaggression durch Ritzen

-          Schlafstörungen

 

Medikamente:

-          Während der Behandlung in der Tagesklinik gab es folgende Medikation:

-          25mg Lamotrigin Tbl.                                   1-0-1-0

-          20mg Fluoxetin Tbl.                                      1-0-0-0

-          25mg Quetiapin Tbl. (Seroquel)                 0-0-0-1 + Bedarf

-         Die Empfehlung ist, die Aufdosierung von Lamotrigin von 25mg alle 2 Wochen

 

-  

6.1.16 18:50


Den Lebenswillen verloren. Selbstverletzung und Psychiatrie

Mir ging und geht es wegen den Missbräuchen unendlich schlecht. Mit 14 habe ich angefangen, mich selbst zu verletzen. Ich habe mich mit allem was ich finden konnte, in Arme und Beine geschnitten. Das war meine einzige Möglichkeit, mich mal zu entspannen, um einmal meinen Kopf auszuschalten und mich nur auf den Schmerz konzentrieren konnte. Das war meine einzige Hilfe für mich. Interessiert haben die Verletzungen niemanden. Es hat nie jemand gefragt, was los ist oder ob ich Hilfe brauche. Das hat wieder das bestätigt, was ich damals schon erlebt hatte. Es interessiert sich keiner für mich und ich bin allen egal.Als ich mein Freiwilliges Soziales Jahr angefangen habe, hatte ich eine tolle Kollegin. Sie hat als Erste gefragt, was nicht stimmt. Ihr habe ich mich irgendwann anvertraut und alles erzählt was passiert war. Sie hat versucht mir zu helfen, war für mich da und hat mir immer wieder zugehört. Ich durfte zu ihr nach Hause kommen wenn ich nicht mehr konnte und sie war für mich immer erreichbar. Ich war damals kaum zu Hause und immer unterwegs, auch nachts. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich einfach nicht mehr leben möchte und kann und das ich sehr stark die Gedanken daran habe, mir das Leben zu nehmen. Sie hat mich dann abgeholt und ich durfte bei ihr übernachten. Am nächsten Tag hat sie mich in die Psychiatrie nach Günzburg gebracht. Ich war so froh, dass ich dort war und man mir endlich zuhört. Ich konnte runter kommen und war in Sicherheit. Es war eigentlich eine ganz tolle Zeit dort, auch wenn sich das komisch anhört. Es waren dort nette Mädchen und wir hatten viel Spaß. Jedoch waren meine Eltern außer sich und sind ausgeflippt als sie erfahren haben, dass ich dort bin. Sie sind am nächsten Tag sofort zu mir gefahren und haben gesagt, dass das kein Ort ist wo ich hin gehöre und das in meinem Leben alles in Ordnung ist und ich sofort nach Hause kommen soll. Also war ich bald darauf schon wieder Zuhause obwohl sich alles in mir dagegen sträubte. Ich war dann wenigstens noch für 4 Wochen in einer ambulanten Klinik. Meine Chefin war dann zum Glück so tolerant und hat sich für mich eingesetzt, dass ich trotz der Vorfälle und meines langen Ausfalls wieder kommen und dort sogar meine Ausbildung machen durfte. Ich verletze mich heute nicht mehr so oft weil ich weiß, wie sehr das meinen Freund verletzt. Ich habe den Druck dazu noch sehr stark und manchmal, wenn es in meinem Kopf ganz schlimm und nicht mehr zum Aushalten wird, werde ich auch wieder schwach. Es geht mir jeden Tag miserabel nur manchmal kann ich das nach Außen hin besser verstecken und oder nicht. Aber ich hasse das Leben so wie es ist mit all den Erinnerungen. Es ist für mich kaum auszuhalten vor allem ist das, was ich bis jetzt geschrieben hatte, nur die Spitze von allem.
3.1.16 22:47


Kindheit

Eigentlich dachte, dass es schon alles ganz in Ordnung war. Als Kind versteht man ja nicht wirklich, was vor sich geht.Als ich älter wurde, habe ich begriffen das gar nichts in Ordnung ist.Ich bin fast bei meiner Oma aufgewachsen. Meine Mutter war nur kurz bei mir Zuhause und ging dann schnell wieder arbeiten, weil sie mich nicht ausgehalten hat. Mein Vater hat sich noch nie um mich gekümmert weder früher noch heute. Ihn hasse ich ganz einfach. Bei meiner Oma gab es oft Streit und sie hat mich auch hin und wieder aus dem Haus geworfen und mich ausgesperrt aber danach gab es immer Eiersuppe als Entschuldigung. Die habe ich als Kind geliebt.Man musste bei ihr immer aufpassen, wie man sich nach außen hin verhält. Es war ihr sehr wichtig, dass die Leute außerhalb einen guten Eindruck von ihr haben, und niemand schlecht von ihr redet. - Morgens um 7 Uhr musste ich aufstehen und die Fensterläden aufmachen, damit niemand lästern konnte, wie lange man in dem Haus schläft. Danach durfte ich mich wieder hinlegen und weiterschlafen. - Jeden Dienstag mussten wir in die Kirche gehen damit keiner denkt, sie wäre ungläubig oder zu faul um dorthin zu gehen- wir mussten immer zu den Nachbarn, die wir gar nicht leiden konnten und dort stundenlang sitzen damit sie sehen, was für eine liebe und nette Nachbarin sie ist. Trotzdem hatte ich sie lieb. Nebenan wohnten meine Cousinen und Cousin und deren Opa. Ich war gerne bei ihnen weil ich nur über den Zaun steigen musste, und schon war ich bei ihnen. Ich kam sehr gut mit ihnen aus, die Mädchen hatten auch das gleiche Alter wie ich. Sie hatten im Garten einen großen Pool, was vor allem im Sommer sehr schön war. Ihr Opa war auch immer dabei, wenn ich zum Baden da gewesen bin. Es war immer so, dass er beim Baden nahe bei mir war und immer mit mir gespielt hat im Gegensatz zu seinen Enkeln. Aber als Kind denkt man da nicht so darüber nach. Einmal hat es geregnet und wir mussten das Dach vom Pool zu machen und ich war mit ihm alleine.*Es war mir schon unbehaglich weil ich ihn nie so direkt mochte, aber meine Oma hat immer gesagt das ich einen guten Eindruck machen muss und tun soll, was die Leute sagen. Hier fing es an, dass er mich anfasst was ich nicht wollte und er hat nicht aufgehört, auch wenn ich zu ihm gesagt habe er soll seine Hand da weg tun und sie wegschieben wollte. Dann hatte er nur noch fester hingefasst. Als ich dann Zuhause war, habe ich meiner Mutter davon erzählt. Ich weiß die Szene noch ganz genau. Wir waren in meinem Zimmer, sie stand da, hat gebügelt und fern gesehen. Ich saß am Computer und habe gespielt. Ich habe ein sehr beklemmendes Gefühl gehabt und habe ihr mit großer Angst und Scham gesagt, dass er mich komisch anfasst was ich nicht mochte. Sie hat nicht mal wirklich aufgehört mit ihrer Arbeit und hat nur gefragt, ob sie etwas zu ihm sagen soll. Ich hatte natürlich Angst und habe gesagt, dass sie das nicht soll. Damit war das Thema dann auch beendet. Heute hasse ich mich dafür. Ich weiß zwar nicht ob sie etwas zu ihm gesagt hätte, wenn ich sie darum gebeten hätte weil meine Oma das schon verboten hätte. Aber vielleicht wäre es dann auch nicht so weit gekommen, wie es kam. Im Endeffekt bin ich selbst Schuld. Jedenfalls hat meine Mutter meiner Oma davon erzählt aber ihr war das auch egal. Ich musste immer wieder zu ihm gehen weil das ja zu gutem Benehmen gehört. *Irgendwann kam es dann natürlich auch zu dem Punkt, wo er über das Anfassen im Pool hinaus ging. Ich sehe diese Szene ununterbrochen in meinem Kopf. Ich hatte es einige Jahre ganz vergessen bzw. verdrängt aber es kam wie ein Schlag, alles wieder hoch. Ich sehe mich immer mit ihm in seinem Haus, wie er auf dem Sofa im Wohnzimmer auf mir liegt... wenn ich einen Flashback habe, fühle ich auch meine damalige Angst. Es gab ganz viele solcher Situationen, in denen er mich missbrauchte. Ich habe jedoch nie mehr darüber gesprochen. Meine Mutter und meine Oma haben nichts getan, mich sogar noch zu ihm geschickt. Ich konnte nichts mehr sagen, weil mir sowieso niemand geholfen hätte. Das selbe habe ich dann auch von Anderen gedacht. Bei seiner Familie wollte ich nichts sagen weil ich mich das nach der Abfuhr Zuhause nicht mehr traute. An meinen Vater musste mich auch nicht wenden, weil es ihm auch scheiß egal gewesen wäre. Es war nicht der Einzige, der mich missbrauchte... Er...Albert... ist mittlerweile tot. Auf der einen Seite bin ich sehr froh darüber weil ich es weder ertrage seinen Namen zu hören, noch ein Bild von ihm zu sehen. Das alles hat mein Leben zerstört.
3.1.16 22:30





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