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Kindheit

Eigentlich dachte, dass es schon alles ganz in Ordnung war. Als Kind versteht man ja nicht wirklich, was vor sich geht.Als ich älter wurde, habe ich begriffen das gar nichts in Ordnung ist.Ich bin fast bei meiner Oma aufgewachsen. Meine Mutter war nur kurz bei mir Zuhause und ging dann schnell wieder arbeiten, weil sie mich nicht ausgehalten hat. Mein Vater hat sich noch nie um mich gekümmert weder früher noch heute. Ihn hasse ich ganz einfach. Bei meiner Oma gab es oft Streit und sie hat mich auch hin und wieder aus dem Haus geworfen und mich ausgesperrt aber danach gab es immer Eiersuppe als Entschuldigung. Die habe ich als Kind geliebt.Man musste bei ihr immer aufpassen, wie man sich nach außen hin verhält. Es war ihr sehr wichtig, dass die Leute außerhalb einen guten Eindruck von ihr haben, und niemand schlecht von ihr redet. - Morgens um 7 Uhr musste ich aufstehen und die Fensterläden aufmachen, damit niemand lästern konnte, wie lange man in dem Haus schläft. Danach durfte ich mich wieder hinlegen und weiterschlafen. - Jeden Dienstag mussten wir in die Kirche gehen damit keiner denkt, sie wäre ungläubig oder zu faul um dorthin zu gehen- wir mussten immer zu den Nachbarn, die wir gar nicht leiden konnten und dort stundenlang sitzen damit sie sehen, was für eine liebe und nette Nachbarin sie ist. Trotzdem hatte ich sie lieb. Nebenan wohnten meine Cousinen und Cousin und deren Opa. Ich war gerne bei ihnen weil ich nur über den Zaun steigen musste, und schon war ich bei ihnen. Ich kam sehr gut mit ihnen aus, die Mädchen hatten auch das gleiche Alter wie ich. Sie hatten im Garten einen großen Pool, was vor allem im Sommer sehr schön war. Ihr Opa war auch immer dabei, wenn ich zum Baden da gewesen bin. Es war immer so, dass er beim Baden nahe bei mir war und immer mit mir gespielt hat im Gegensatz zu seinen Enkeln. Aber als Kind denkt man da nicht so darüber nach. Einmal hat es geregnet und wir mussten das Dach vom Pool zu machen und ich war mit ihm alleine.*Es war mir schon unbehaglich weil ich ihn nie so direkt mochte, aber meine Oma hat immer gesagt das ich einen guten Eindruck machen muss und tun soll, was die Leute sagen. Hier fing es an, dass er mich anfasst was ich nicht wollte und er hat nicht aufgehört, auch wenn ich zu ihm gesagt habe er soll seine Hand da weg tun und sie wegschieben wollte. Dann hatte er nur noch fester hingefasst. Als ich dann Zuhause war, habe ich meiner Mutter davon erzählt. Ich weiß die Szene noch ganz genau. Wir waren in meinem Zimmer, sie stand da, hat gebügelt und fern gesehen. Ich saß am Computer und habe gespielt. Ich habe ein sehr beklemmendes Gefühl gehabt und habe ihr mit großer Angst und Scham gesagt, dass er mich komisch anfasst was ich nicht mochte. Sie hat nicht mal wirklich aufgehört mit ihrer Arbeit und hat nur gefragt, ob sie etwas zu ihm sagen soll. Ich hatte natürlich Angst und habe gesagt, dass sie das nicht soll. Damit war das Thema dann auch beendet. Heute hasse ich mich dafür. Ich weiß zwar nicht ob sie etwas zu ihm gesagt hätte, wenn ich sie darum gebeten hätte weil meine Oma das schon verboten hätte. Aber vielleicht wäre es dann auch nicht so weit gekommen, wie es kam. Im Endeffekt bin ich selbst Schuld. Jedenfalls hat meine Mutter meiner Oma davon erzählt aber ihr war das auch egal. Ich musste immer wieder zu ihm gehen weil das ja zu gutem Benehmen gehört. *Irgendwann kam es dann natürlich auch zu dem Punkt, wo er über das Anfassen im Pool hinaus ging. Ich sehe diese Szene ununterbrochen in meinem Kopf. Ich hatte es einige Jahre ganz vergessen bzw. verdrängt aber es kam wie ein Schlag, alles wieder hoch. Ich sehe mich immer mit ihm in seinem Haus, wie er auf dem Sofa im Wohnzimmer auf mir liegt... wenn ich einen Flashback habe, fühle ich auch meine damalige Angst. Es gab ganz viele solcher Situationen, in denen er mich missbrauchte. Ich habe jedoch nie mehr darüber gesprochen. Meine Mutter und meine Oma haben nichts getan, mich sogar noch zu ihm geschickt. Ich konnte nichts mehr sagen, weil mir sowieso niemand geholfen hätte. Das selbe habe ich dann auch von Anderen gedacht. Bei seiner Familie wollte ich nichts sagen weil ich mich das nach der Abfuhr Zuhause nicht mehr traute. An meinen Vater musste mich auch nicht wenden, weil es ihm auch scheiß egal gewesen wäre. Es war nicht der Einzige, der mich missbrauchte... Er...Albert... ist mittlerweile tot. Auf der einen Seite bin ich sehr froh darüber weil ich es weder ertrage seinen Namen zu hören, noch ein Bild von ihm zu sehen. Das alles hat mein Leben zerstört.
3.1.16 22:30
 
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