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Den Lebenswillen verloren. Selbstverletzung und Psychiatrie

Mir ging und geht es wegen den Missbräuchen unendlich schlecht. Mit 14 habe ich angefangen, mich selbst zu verletzen. Ich habe mich mit allem was ich finden konnte, in Arme und Beine geschnitten. Das war meine einzige Möglichkeit, mich mal zu entspannen, um einmal meinen Kopf auszuschalten und mich nur auf den Schmerz konzentrieren konnte. Das war meine einzige Hilfe für mich. Interessiert haben die Verletzungen niemanden. Es hat nie jemand gefragt, was los ist oder ob ich Hilfe brauche. Das hat wieder das bestätigt, was ich damals schon erlebt hatte. Es interessiert sich keiner für mich und ich bin allen egal.Als ich mein Freiwilliges Soziales Jahr angefangen habe, hatte ich eine tolle Kollegin. Sie hat als Erste gefragt, was nicht stimmt. Ihr habe ich mich irgendwann anvertraut und alles erzählt was passiert war. Sie hat versucht mir zu helfen, war für mich da und hat mir immer wieder zugehört. Ich durfte zu ihr nach Hause kommen wenn ich nicht mehr konnte und sie war für mich immer erreichbar. Ich war damals kaum zu Hause und immer unterwegs, auch nachts. Ich habe ihr dann gesagt, dass ich einfach nicht mehr leben möchte und kann und das ich sehr stark die Gedanken daran habe, mir das Leben zu nehmen. Sie hat mich dann abgeholt und ich durfte bei ihr übernachten. Am nächsten Tag hat sie mich in die Psychiatrie nach Günzburg gebracht. Ich war so froh, dass ich dort war und man mir endlich zuhört. Ich konnte runter kommen und war in Sicherheit. Es war eigentlich eine ganz tolle Zeit dort, auch wenn sich das komisch anhört. Es waren dort nette Mädchen und wir hatten viel Spaß. Jedoch waren meine Eltern außer sich und sind ausgeflippt als sie erfahren haben, dass ich dort bin. Sie sind am nächsten Tag sofort zu mir gefahren und haben gesagt, dass das kein Ort ist wo ich hin gehöre und das in meinem Leben alles in Ordnung ist und ich sofort nach Hause kommen soll. Also war ich bald darauf schon wieder Zuhause obwohl sich alles in mir dagegen sträubte. Ich war dann wenigstens noch für 4 Wochen in einer ambulanten Klinik. Meine Chefin war dann zum Glück so tolerant und hat sich für mich eingesetzt, dass ich trotz der Vorfälle und meines langen Ausfalls wieder kommen und dort sogar meine Ausbildung machen durfte. Ich verletze mich heute nicht mehr so oft weil ich weiß, wie sehr das meinen Freund verletzt. Ich habe den Druck dazu noch sehr stark und manchmal, wenn es in meinem Kopf ganz schlimm und nicht mehr zum Aushalten wird, werde ich auch wieder schwach. Es geht mir jeden Tag miserabel nur manchmal kann ich das nach Außen hin besser verstecken und oder nicht. Aber ich hasse das Leben so wie es ist mit all den Erinnerungen. Es ist für mich kaum auszuhalten vor allem ist das, was ich bis jetzt geschrieben hatte, nur die Spitze von allem.
3.1.16 22:47
 
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