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Gefühle

Es fühlt sich so an, als hätte ich ein Schild um, das meine Vergangenheit anzeigt. Jeder kann es sehen, jeder erkennt den Missbrauch und die Gewalt an mir. Ich weiß das es natürlich nicht so ist.

 

Die Narben an meinem Arm verleiten natürlich auch dazu, angestarrt zu werden. Die meiste Zeit ist mir das auch ziemlich unangenehm. Ich möchte gar nicht wissen, was die über mich denken. Es ist ja schon so, dass man mir soetwas gleich als Irre oder Freak gesehen wird. EInserseits ist das ja auch klar weil ich denke nicht, dass sich alle Leute so ihre Arme aufschneiden. Aber es ist trotzdem kein Zeichen dafür, verrückt zu sein. Es ist eine verzweifelte Form davon, sein Leben auszuhalten, seine Gefühle die einen kaputt machen sozusagen rauszuschneiden. Der Druck, der sich in einem anstaut, muss raus. 

 

Egal was ich tue oder wo ich bin, es geht mir grundsätzlich immer schlecht. Mal mehr mal weniger schlecht natürlich aber es immer da. Ständig geht mir der Missbrauch durch den Kopf und für mich sind das unerträgliche Gedanken. Ich hasse es, ständig die Bilder davon in meinem Kopf zu sehen und ständig darüber nachzudenken. Ich würde sie so gerne abstellen aber das geht nicht denn was passiert ist, ist nunmal passiert.

 

Ich fühle mich die meiste Zeit verdammt alleine. Ich wünsche mir so oft jemanden, der an meiner Seite wäre. Dem ich erzählen könnte, was in mir vor geht. Jemanden, der mich hält und mir zuhört. Aber es ist ein heikles Thema und nicht jeder möchte davon etwas wissen. Das verstehe und respektiere ich natürlich auch aber trotzdem ist man in der Situation verdammt alleine. Das macht einen auch ein Stück weit kaputt. Immer alles nur mit sich selbst ausmachen zu müssen. All die Schmerzen im Inneren und das Gefühlschaos alleine zu bewältigen, ist verdammt schwer und oft auch unmöglich. 

 

Manchmal wünschte ich mir, dass ich wieder zurück in die Psychiatrie könnte. Dort kommt man wenigstens mal zur Ruhe und es gibt Ansprechpartner die wissen, wie sie mit einem umgehen müssen. Und es gibt die anderen Mitpatienten, die wissen wie man sich fühlt und was man durchmacht. Es ist schwer zudem, wie scheiße es einem geht, noch jeden Tag alles zu bewältigen... arbeiten gehen, Zuhause mithelfen und natürlich immer eine gute Fassade aufrecht erhalten. Das strengt sehr an. 

7.1.16 16:12
 
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